Der Animationsfilm La Blabla – Welcome In The Boring Age (Arbeitstitel) ist eine Dystopie über Langeweile, Selbstausbeutung, Verirrung, Wiederholung und Zeitvertreib in der Technik der Collage aus Graphit-/ Kohlezeichnungen und nachbearbeiteten Realfilmsequenzen.

In der Technik der Stop-Motion-Animation von Graphit- und Kohlezeichnungen setzt sich der Animationsfilm La Blabla – Welcome in the Boring Age als Collage mit Found- Footage und nachbearbeiteten Realfilmsequenzen zusammen. Ständige Wiederholung und scheinbar sinnloser Zeitvertreib werden von einer Medizinfrau in einer kargen Wüste beobachtet. Die Handlung des Filmes besteht im Beobachten selbst. In dieser Erzählung gibt es keinen Helden und kein klares Feindbild, vielmehr sind es innere Zustände der Orientierungslosigkeit, der Langeweile und Resignation, die es auszuhalten gilt. Der Futurologe Michael Lind, sagt, wir würden im „Boring Age“ leben, in einer Phase der Stagnation und im endlos digitalen Jetzt.
Dieser Animationsfilm wird eine Erzählung von einzelnen „Nummern“ (oder Episoden) werden. Diese „Nummern“ werden übertrieben zeitlich strukturiert durch den Einschub von Texttafel mit Zeitangaben. Jedoch ändert sich selten etwas in der Handlung. Die gleiche „Handlung” findet in genau dieser Art über Jahre hinweg statt, in ständiger Wiederholung. Selbst eine Episode (die der zwei miteinander tänzerisch kämpfenden Ritter) wird während der Erzählung wiederholt. In der Wissenschaft beschreibt man das menschliche Gehirn als neophil. Unser neophiles Gehirn nimmt Kontinuität nicht wahr, nur was sich ändert, ist als Reiz wahrnehmbar und versetzt uns in Erregung, alles andere wird vergessen werden. Wenn die zeitliche Dimension als Orientierung immer unwahrscheinlicher wird, soll die räumliche Dimension Orientierung geben. Durch den gesamten Film schwenkt die Kamera in Form des Unendlichkeitszeichen ∞

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Bäume brechen ohne Grund zusammen und vergehen zu Staub. Motiviert von jahrelanger Selbstausbeutung, erklärt ein Maskierter im Interview seine Diebstähle zum Hobby. Hinter ihm taucht eine Medizinfrau auf. Ein Wartender schreibt das Füllwort blablabla an die Wand einer Haltestelle. Zwei Jahre und fünfeinhalb Monate später hat er das gesamte Haltestellenhäuschen mit diesem Wort bekritzelt. Hinter dem Häuschen zieht eine Demonstrantengruppe vorbei, die Kamera folgt ihr, vorbei an einem Boot auf einem ausgetrockneten See bis hin zu einer Hütte. Da drinnen sitzt inmitten von Formularen und Rechnungen ein Unbekannter und schlägt sich wie automatisiert den Kopf mit einem Hammer ein. 42 Jahre später lässt er schließlich der Hammer fallen. Tausende Termiten krabbeln aus seiner Hand. Manchmal am Sonntag, jagen sich zwei Ritter durch die endlose Wüste. Es kommt schließlich zum Kampf und beide lösen sich in ihre Einzelteile zu Staub auf. Nebel zieht auf. Wieder erscheint die Demonstrantengruppe von Kranken und fordern im Chor mehr Müßiggang und Langeweile. Wieder am Haltestellenhäuschen, kritzelt der Wartende noch immer. 137 Jahre später ist das Häuschen invertiert und er schreibt weiß auf schwarz. An der Haltestelle zieht eine Mutter mit Kind vorbei. Sie trägt eine Augenbinde und Sternenkarte. Die Kamera folgt ihr. Auf der Karte bewegen sich Punkte hin und her, Linien verbinden sich, lösen sich auf und verbinden sich erneut. Schließlich ergeben die Linien das Gesicht ihres Kindes. Im Zickzack irrt die Mutter weiter und verschwindet im Nebel. Die Kamera dreht weiter bis ein Cinematograph die Nacht erhellt. Die Kinozuschauer beten zur Leinwand. Der Film handelt von den zwei Rittern, die miteinander wieder bis zur Auflösung kämpfen. 1524 Jahre später kämpfen beide Ritter auf Krücken weiter miteinander. Ein Papagei zeiht vorüber und die Kamera folgt seinem Flug, vorbei an einer Frau, die in der Wüste staubsaugt. Die Kamera stoppt als ein Windrad auf einem Berg in die Bildmitte gerät. Als ein Selbstmörder von der Klippe springt, bleibt das Windrad stehen. Im Inneren des Berges erfährt man, wie das Windrad Maschinen antreibt, die wiederum eine Rolltreppe antreiben. Als Engel mit gebrochenen Flügeln steigt der Selbstmörder die hinauffahrende Rolltreppe hinab. Gestern lief ein Äffchen hinter einem Liebespaar vorbei. Das radiohörende Paar kopuliert, ein großes Herz schlägt zwischen beiden. Als der Nebel sich legt, läuft eine Figur auf die Kamera direkt zu, aus dem Bild und der Wüste hinaus. Auf einem umgeworfenen Schild ist zu lesen: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnungen fahren.“
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Automatismus – Wüste – Gewaltig – Schmerz – Kampf – Fall – Irren – Singen – Lieben – Rauben – Tod – Geist – Sinnlos – Langeweile – Wiederholung