Wie auf einem Klavier gleiten meine Finger über die Tastatur der Buchstaben. Auch analog erlaube ich mich gerne mal an den Rundungen eines B’s zu erlaben. Ich erfinde Erzählungen, füge Fragment an Fragment, synthetisiere Phänomene mit unsichtbaren Codes – die Kunst als Klebstoff – in einer Black Box. Ab und an, wenn meine Auge des Monitorlichts müde, dann setzte ich den Granitblock in frenetischer Stille aufs Papier. Lasse Geschöpfe und Dinge aus dem Flusse schöpfen.

Beim Konstruieren von bewegten Bildwirklichkeiten, die sich zwischen Konzept (bzw. Drehbuch) und Erzählung bewegen, arbeite ich seid mehreren Jahren mit Musikern und Medieninformatikern für verschiedene Projekte kontinuierlich zusammen. Diese Kollaborationen ermöglichen mir sowohl umfangreichere und komplexeren Projekte, als auch einen Austausch über die eigenen „Grenzen“ hinweg. Sie sind immer inspirierend für mich.

In den letzten fünf Jahren gewann ich ein stärkeres Interesse für den Anderen: den User, den Beobachter, den Zuschauer, den Zuhörer, den Interaktor. Über eine reine Rezeptionsästhetik wie beim Anschauen eines Videos hinaus – schätze ich den „Anderen“ wert, beziehe ihn jetzt stärker in meine Konzeption mit ein, ziele auf Interaktion im telematischen Raum, der keine Zeit kennt. Es ist Spiel und Poetik im digitalen Raum.